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Vielen stellt sich die Frage, welche Kosten und Gebühren bei eigentlichem Tätigwerden eines Anwalts anfallen.

Welche Gebühren einem Rechtsanwalt für dessen anwaltliche Tätigkeit zustehen, ist gesetzlich geregelt im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Es wird dabei unterschieden nach verschiedenen Rechtsgebieten.

Sprechen Sie uns an, wir informieren Sie gerne vorab und selbstverständlich kostenlos über die anfallenden Gebühren für die Vertretung.

Möglicherweise steht Ihnen Beratungshilfe und/oder Prozesskostenhilfe zu. Auch dazu beraten wir Sie gerne und helfen ggfs. beim Ausfüllen der Dokumente.

Rechtsschutzversicherung

Ob eine Rechtsschutzversicherung Deckungsschutz für ein Verfahren gewährt hängt nicht von Ihrem Rechtsanwalt, sondern von dem zwischen Ihnen und der Versicherung geschlossen Vertrag ab.

Sollten Sie sich unsicher sein, ob Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten für Ihr Verfahren übernimmt, können Sie sich mit Ihrem Versicherungsvertreter in Verbindung setzen. Gern übernehmen auch wir auch die Korrespondenz mit Ihrer Rechtsschutzversicherung kostenfrei für Sie.

Hat die Rechtsschutzversicherung Deckungsschutz gewährt, übernimmt diese nicht nur die Kosten Ihres Anwalts und die Gerichtskosten, sondern im Fall des teilweisen oder kompletten Unterliegens auch die Kosten der Gegenseite.

Beratungshilfe

Wenn Sie eine Beratung oder außergerichtliche Vertretung durch einen Anwalt benötigen, aber auf Grund Ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nicht in der Lage sind, die Kosten hierfür zu tragen, kann Ihnen Beratungshilfe gewährt werden.

Die Voraussetzungen für die Gewährung von Beratungshilfe sind ähnlich denen zur Gewährung von Prozesskostenhilfe.

Wie beantrage ich Beratungshilfe?

Hierfür müssen Sie mittels eines Formulars dem Gericht Ihr Vermögen offen legen. Kommt das Gericht zu dem Schluss, dass die Kosten der Rechtsverteidigung nicht durch Sie selbst getragen werden können, und das Gericht selbst Ihnen keine ausreichenden Auskünfte geben kann, erhalten

Sie einen Beratungshilfeschein. Mit diesem suchen Sie einen Anwalt Ihrer Wahl auf. Hier entstehen Ihnen Kosten in Höhe von 15,00 EUR. Den darüber hinausgehenden Betrag trägt die Staatskasse.

Wenn Sie Schwierigkeiten bei dem Antrag haben, helfen wir Ihnen selbstverständlich und kostenlos bei dem Antrag.

Was ist zu beachten?

Die Beratungshilfe übernimmt die Kosten Ihres Anwalts für eine Beratung und/oder außergerichtliche Vertretung. Hiervon nicht umfasst sind im Falle des Unterliegens die Kosten der Gegenseite. Diese sind durch Sie selbst zu tragen.

Prozesskostenhilfe

Sollte sich ein gerichtliches Verfahren nicht umgehen lassen, so können Sie, unter gewissen Voraussetzungen Prozesskostenhilfe beziehungsweise Verfahrenskostenhilfe beantragen. In familiengerichtlichen Angelegenheiten und den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit ersetzt die Verfahrenskostenhilfe die Prozesskostenhilfe.

Im Falle der Bewilligung werden Ihre Kosten ganz oder teilweise von der Staatskasse getragen.

Hierbei prüft das Gericht folgende Voraussetzungen (§ 114 ZPO):

Ist der Antragssteller in der Lage, die Prozesskosten selbst zu tragen?

Hat die Rechtsverfolgung/Rechtsverteidigung hinreichend Aussicht auf Erfolg ?

Keine Aussicht auf Erfolg haben beispielsweise Klagen auf Ansprüche, die nicht beweisbar sind oder gar nicht durch Sie eingeklagt werden können.

Wird der Prozess mutwillig geführt?

Mutwillig ist die Prozessführung beispielsweise dann, wenn Sie den Prozess nicht anstreben würden, wenn Sie die Verfahrenskosten selbst tragen müssten.

Wie beantrage ich Prozesskostenhilfe/Verfahrenskostenhilfe?

Hierfür müssen Sie mittels eines Formulars dem Gericht Ihr Vermögen offen legen (§ 117 ZPO). Das Gericht ermittelt sodann aus Ihrem einzusetzenden Vermögen und Ihren Ausgaben sowie Freibeträgen das einzusetzende Vermögen. Liegt das einzusetzende Vermögen unter 15,00 Euro monatlich, wird das Gericht Ihnen ratenfreie Prozesskostenhilfe gewähren. Anderenfalls kann das Gericht Prozesskostenhilfe bewilligen und monatliche Raten festsetzen, die sich an Ihrem Einkommen orientieren. Das Gericht kann in diesem Fall maximal 48 Monatsraten festsetzen (§ 115 ZPO).

Sollten Sie über eine Rechtsschutzversicherung verfügen, welche in dem Prozess eintrittspflichtig ist, wird Ihnen auch bei Erfüllung sämtlicher Voraussetzungen keine Prozesskostenhilfe bewilligt.

Beiordnung eines Rechtsanwalts (§ 121 ZPO)

Die Beiordnung eines Anwalts ist die anerkannte Notwendigkeit des Gerichts für die Inanspruchnahme eines Rechtsanwalts. Die Beiordnung eines Rechtsanwalts ist erforderlich, damit die Kosten Ihres Vertreters durch die Staatskasse übernommen werden. Wird Ihnen Prozesskostenhilfe ohne Beiordnung eines Rechtsanwalts bewilligt, übernimmt die Staatskasse lediglich die Gerichtskosten.

Ein Rechtsanwalt wird Ihnen dann beigeordnet, wenn Sie sich in dem Verfahren durch einen Anwalt vertreten lassen müssen. Dies ist beispielsweise bei Verfahren vor den Landgerichten der Fall. Außerdem kann Ihnen ein Anwalt beigeordnet werden, wenn die Gegenseite durch einen Anwalt vertreten wird oder der Sachverhalt die Vertretung durch einen Rechtsanwalt erforderlich macht.

Was ist zu beachten?

Die Prozesskostenhilfe übernimmt die Kosten Ihres Anwalts, soweit dieser beigeordnet wurde, sowie die Gerichtskosten.

Von der Prozesskostenhilfe nicht umfasst sind im Falle des Unterliegens die Kosten der Gegenseite. Diese sind durch Sie selbst zu tragen. Eine Ausnahme bildet hier das arbeitsgerichtliche Verfahren in der ersten Instanz. Hier zahlt jede Partei ihre Kosten selbst.

Das Gericht kann innerhalb von vier Jahren prüfen, ob die Voraussetzungen für die Prozesskostenhilfe noch vorliegen. Sie werden im Falle einer Prüfung aufgefordert, Ihr Vermögen nochmals offen zu legen. Je nach Ergebnis kann das Gericht die Bewilligung nachträglich widerrufen (§ 120 Abs. 4 ZPO).

Für das Antragsverfahren entstehen bereits Rechtsanwaltskosten. Diese gehen in voller Höhe in den Verfahrenskosten auf, wenn das Verfahren trotz der Versagung der Prozesskostenhilfe durch Sie eingeleitet wird. Anderenfalls sind diese von Ihnen zu tragen.

Im Strafverfahren kann keine Prozesskostenhilfe beantragt werden.

Haben Sie noch Fragen? Gern stehen wir Ihnen zur Verfügung.